27.03.2019 (dr) Interview zur Kommunalwahl 2019 - FDP Konstanz setzt auf Bildungspolitik und Tourismus

Die FDP Konstanz hat im Zuge der anstehenden Kommunalwahl 2019 das Gespräch mit der Redaktion der „Bodanbürger“ gesucht. Anlass waren drei Fragen, die das Bürgerportal www.bodanbürger.de allen im Gemeinderat vertretenen Parteien zur Beantwortung zukommen ließ. Für die „Freien Demokraten“ antworteten Wolf Biehler und Elisabeth Engesser:

Welche drei Schwerpunktthemen wollen Sie nach den Wahlen angehen?

Die Jungliberalen in unserer Partei machen uns deutlich, dass es zwischen der Anbindung der Universität und der städtischen Gesellschaft einen großen Unterschied zur Anbindung von HTWG in die Bevölkerung hinein gibt. Wir wollen dazu beitragen, dass das Zusammenwachsen der Hochschulen mit der Stadt Konstanz gestärkt wird. Das wissenschaftliche Know-How sollte in die politischen Gremien getragen werden, wie wir es beispielsweise bei der Interpretation der Studie rund um die Altersentwicklung gesehen haben. Wir wünschen uns zwischen Politik und Wissenschaft eine vermehrte Projektarbeit. In unserem Programm heißt es dazu: „Wir setzen uns dafür ein, dass bei Planungen zur Stadtentwicklung die Universität und die Fachhochschule (z. B. durch Vergabe von Studienarbeiten und Dissertationen) sowie alle Resorts und Verwaltungsebenen der Stadt mit eingebunden werden. Die Präsenzinsbesondere der Universität Konstanz in der Stadt ist auch nach über 50 Jahren immer noch stark ausbaufähig. Wir setzen uns dafür ein, dass die Universität ihre öffentlichen Veranstaltungen vermehrt auch in der Stadt abhält. Veranstaltungen wie die Lange Nacht der Wissenschaft müssen unbedingt und in regelmäßigem jährlichem Turnus weitergeführt werden.

Als zweites Schwerpunktthema setzen wir darauf, das touristische Potenzial in Konstanz sinnvoll zu entfalten. Dabei fordern wir unter anderem, dass der Panorama-Bau neben dem Bodenseeforum ohne weitere Verzögerung umgesetzt wird. Wenn wir an Tourismus denken, dürfen wir aber auch das Bauen nicht aus den Augen verlieren. Wir brauchen eine schöne Natur, denn gerade wegen ihr kommen viele Gäste in unsere Gegend. Konkret zum Bodanrück fordern wir in unserem Programm: „Konstanz muss neue Angebote schaffen, die die Stadt als Ganzjahresdestination attraktiv macht. Dazu gehören auch Kulturangebote der Bodenrückgemeinden. Bestehende Attraktionen wie z. B. die Insel Mainau oder das Wander-Wege-Netz des Bodanrück mit seinen Tümpeln und Teichen müssen noch aktiver als bisher in die Tourismuswerbung und in die Reiseangebote eingebunden werden.

Als drittes Schwerpunktthema wollen wir die Berufsschulen und die berufliche Bildung unterstützen. Wir sollten uns vor einer Akademisierung der Gesellschaft in Acht nehmen. G9 an den allgemeinbildenden Gymnasien dünnt das Abitur an den Berufsschulen aus. In unserem Programm formulieren wir überdies: „Die beruflichen Schulen müssen dieselbe gesellschaftliche Wertschätzung erfahren wie die allgemeinbildenden Schulen. Dies betrifft insbesondere die Ausstattung mit fest anzustellenden Lehrkräften sowie die bauliche Ausstattung. Obwohl der Kreis die Verantwortung für die beruflichen Schulen trägt, wollen wir auch auf lokaler Ebene in Konstanz Druck ausüben, damit sich die Verhältnisse an den beruflichen Schulen verbessern – sonst wird ihr Bildungsangebot von Eltern und Jugendlichen gemieden.

Worin unterscheiden Sie sich am deutlichsten von den konkurrierenden Listen?

Schlichtweg gesagt: „Wir denken anders“. Wir haben in der zu Ende gehenden Legislatur gut mit dem „Jungen Forum Konstanz“ zusammengearbeitet. Inhaltlich setzen wir vor allem einen Fokus auf die Verteidigung der Demokratie. Keine andere politische Kraft bringt sich derart herausragend für dieses Thema ein wie die FDP. In unserem Programm formulieren wir dazu: „Konstanz muss eine weltoffene Stadt bleiben, in der Toleranz, demokratische Werte und Anstand im Umgang miteinander selbstverständlich gelebt werden. Die FDP Konstanz setzt sich entschieden für den Erhalt unserer liberalen Gesellschaftsordnung sowie für Offenheit gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen ein.

Ein weiteres Thema, was uns unterscheidet, ist die Berufsschulpolitik. Hier haben wir mit prominenten Köpfen viele fachliche Ressourcen in unserer Partei, die wir nutzen wollen. Daneben sind wir sehr mit der „Sorge um das Alter“ beschäftigt. Hier macht sich die FDP Gedanken wie kaum eine andere Partei.

Welches konkrete Ziel wollen Sie mit dem diesjährigen Kommunalwahlkampf erreichen?

Wir möchten alsbald zur Sachpolitik übergehen. Dabei wird uns die Bebauung der Ortsmitte in Dettingen sicherlich als erstes großes Thema beschäftigen. Hier wird die Frage sein: Was kann man der Bevölkerung zumuten, ohne die Demokratie zu schädigen? Auch der Klimaschutz sollte in dieser Angelegenheit nicht außer Acht gelassen werden.

Zudem möchten wir die rasche Umsetzung eines Alterskonzepts erreichen. Wir setzen uns für den Ausbau der Quartierszentren in den einzelnen Stadtteilen ein. Eine Idee unsererseits ist es auch, leere Krankenhausbetten als Kurzzeitpflege zu nutzen. Im Übrigen stehen wir für das Modell der „Mehr-Generationen-Häuser“. Darüber hinaus heißt es in unserem Programm: „Konstanz ist eine alternde Stadt. Mehr als 22 Prozent der Bevölkerung sind über 60 Jahre alt! Ein schlüssiges Konzept der Stadt für Pflege und Wohnen im Alter 60+ ist nicht erkennbar. Deshalb unterstützt die FDP – neben anderen sozialen Einrichtungen wie Altenpflegeverein etc. – insbesondere den Stadtseniorenrat Konstanz (SSR) bei seiner Forderung nach einem Alterskonzept für Konstanz.

Im Übrigen setzen wir uns auch nach der Wahl für die Erhaltung des Konstanzer Flugplatzes ein. Er hat eine historische Bedeutung. Zudem braucht Konstanz einen Wartungs- und Landeplatz. Denn man kommt im Notfall nur über den Flugplatz nach draußen. Im Übrigen, was viele Bürger und Politiker nicht wissen: Es existiert eine Betriebspflicht für unseren Flugplatz!

Die Redaktion dankt Ihnen für das Gespräch!

 
 
FDP Interview
 

bodanbürger.de - das Bürgerportal des Bodanbürger e.V. für die Konstanzer Teilorte auf dem Bodanrück Dettingen-Wallhausen, Dingelsdorf mit Oberdorf und Litzelstetten mit Insel Mainau sowie für Allensbach mit seinen Teilorten Hegne, Kaltbrunn und Langenrain-Freudental