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Allensbach - naturnah

29.06.2018 (pm) Hasenpest im Landkreis Konstanz

Im Landkreis Konstanz wurde bei zwei toten Feldhasen am Schienerberg bei Wangen (Gemeinde Öhningen) sowie zwischen Markelfingen und Allensbach eine Hasenpest-Erkrankung (Tularämie) festgestellt.

Die Krankheit wird bakteriell ausgelöst. Die Mehrzahl der erkrankten Hasen verendet innerhalb von zwei Wochen an einer Blutvergiftung. Neben Hasen sind insbesondere Nagetiere wie Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen sowie Wildwiederkäuer, Fleischfresser und Vögel gefährdet. Die Erkrankung ist grundsätzlich auch auf Menschen übertragbar. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist aber nicht bekannt.

Infizieren können sich Menschen durch den direkten, intensiven Kontakt mit erkrankten Tieren, z.B. Jäger beim Ausnehmen von Feldhasen, durch das Einatmen infizierter Stäube, den Verzehr kontaminierter Lebensmittel wie unzureichend erhitztes Wildbret, durch kontaminiertes Wasser oder Mücken- und Zeckenstiche.

Um sich vor einer Infektion zu schützen, raten das Veterinäramt und das Gesundheitsamt des Landratsamtes Konstanz, aufgefundene Feldhasen und jene, die sich auffällig verhalten (z.B. fehlendes Fluchtverhalten, unsicherer Gang, etc.), nicht zu berühren, sondern die jeweilige Gemeindeverwaltung oder den zuständigen Inhaber des Jagdreviers zu informieren, damit das Tier zur amtlichen Krankheitsabklärung gebracht wird.

Darüber hinaus wird empfohlen, in der wärmeren Jahreszeit einen Insektenschutz zu verwenden und in der freien Natur dichte Kleidung zu tragen, um Zeckenstiche vorzubeugen. Wildbret sollte vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden.

Die Hasenpest gilt allgemein als Berufserkrankung von Jägern. Diese sollten besondere Schutzmaßnahmen einhalten: Beim Versorgen von Feldhasen sind die Haut und Schleimhäute zu schützen, z.B. durch Einmalhandschuhe, ggf. Atemmasken oder Schutzbrillen. Personen mit Hautverletzungen sollten zudem ohne Schutzmaßnahmen kein geschlachtetes Wild ausnehmen.

Krankheitssymptome bei Menschen sind zunächst unspezifisch und grippeartig wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Mattigkeit. An der Eintrittsstelle entwickelt sich ein Hautgeschwür. Die regionären Lymphknoten schwellen stark an und vereitern. Auch innere Organe können beteiligt sein (z. B. Lungenentzündung). In besonders schweren Fällen kann eine Blutvergiftung eintreten. Die Symptome können sich bis zu zwei Wochen nach einer Infektion ausbilden, in der Regel treten sie aber bereits nach drei bis fünf Tagen auf und halten zwei bis drei Wochen an. Da sich Erkrankungen beim Menschen mit dem Erreger durch Antibiotika gut behandeln lassen, ist eine frühzeitige sichere Diagnosestellung durch einen Arzt sehr wichtig.

Die Gefahr für Hunde ist gering. Allerdings können freilaufende Hunde unter Umständen leicht einen erkrankten Hasen greifen. Hundehalter sollten deshalb ihre Vierbeiner auch in der freien Natur an der Leine führen, von Tierkadavern fernhalten und in der wärmeren Jahreszeit regelmäßig auf Zeckenbefall überprüfen.

Tularämie kommt in Europa, Asien und Nordamerika vor, wobei sie seit 2004 in Deutschland auftritt und sich die Fälle bei Feldhasen in Baden-Württemberg seit 2016 häufen.

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt in Stuttgart geht davon aus, dass der bakterielle Erreger “Francisella tularensis“ in ganz Baden-Württemberg dauerhaft vorkommt und somit auch eine potentielle Ansteckungsgefahr für Mensch und Tier besteht. Die Tularämie bei Hasen und Kaninchen ist gemäß der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten dem zuständigen Veterinäramt in Deutschland zu melden.

Die nachgewiesene Erkrankung bei Menschen in Baden-Württemberg stieg zuletzt von 9 Fällen im Jahr 2015 auf 12 Fälle 2016 und 23 Fälle 2017 an.

(Pressemitteilung Landkreis Konstanz)

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Seegarten-Uferpanorama, (c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz
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