Bodanbürger-Region "Bodanrück"
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Interview zum UNESCO-Weltkulturerbe

26.01.2017 Fragen an Elisabeth von Gleichenstein

Das Bürgerportal „Bodanbürger“ informiert die Menschen auf dem Bodanrück über die Ereignisse vor Ort. Auf www.bodanbürger.de finden sich Nachrichten, Interviews und Dienstleistungen für die Bevölkerung, die über die Angebote hinausgehen, die von den sonstigen Medien geleistet werden. 

Wir sind daher vor allem an den Hintergründen der hiesigen Geschehnisse interessiert und ermitteln in jedem Monat einen Fokus, zu dem wir Meinungen und Stellungnahmen erbeten. Themen, die nicht auf den ersten Blick die Öffentlichkeit beschäftigen, die aber drohen, bei Politik und Verwaltung in Vergessenheit zu geraten. Daher soll unsere Reihe an aufgegriffenen Schwerpunkten nicht nur die Bürger ansprechen, sondern vor allem die zuständigen Ämter an die Verwirklichung ihrer anstehenden Aufgaben erinnern.

Für Februar 2017 haben wir das UNESCO-Weltkulturerbe gewählt. Anlass für dieses Thema des Monats ist die endlich eingeleitete Produktion der drei Infotafeln, die hoffentlich rechtzeitig zum Saisonbeginn 2017 entlang des Rad-/Wanderwegs zwischen Mainau und Litzelstetten-Krähenhorn aufgestellt werden können.

Als Expertin haben wir Elisabeth von Gleichenstein um ein schriftliches interview gebten, um ihre Sicht auf die Bedeutung und Entwicklung der Pfahlbausiedlungen am Bodensee zu erfassen. 

Bodanbürger-Fragen an Elisabeth von Gleichenstein:

Mit dem Pfahlbaumuseum in Dingelsdorf haben Sie etwas vom UNESCO-Weltkulturerbe sichtbar gemacht. Welche Bedeutung haben die Pfahlbaureste am See für die Region in touristischer und wirtschaftlicher Sicht?

Litzelstetten hat Informationstafeln für die Funde am Krähenhorn auf den Weg gebracht, Sie haben eine Ausstellung in Dingelsdorf, insgesamt scheint die Bevölkerung aber dennoch wenig interessiert am Weltkulturerbe. Woran könnte das liegen?

Denken Sie, dass Politik, Verwaltung und Tourismus die Bedeutung des Weltkulturerbes erkannt und die Möglichkeiten aus dieser Auszeichnung auch genutzt haben?

Welche Visionen haben Sie, wenn es um die Zukunft der Anerkennung des Weltkulturerbes bei uns am See geht? Wie können wir es zugänglicher machen?

Welche Forderung und Wünsche stellen Sie an die öffentlichen Träger, aber auch an die Zivilgesellschaft im Hinblick auf eine noch intensivere Würdigung der Pfahlbaureste, ihrer Geschichte und kulturelle Bedeutung für die Gegenwart?

Antwort von Elisabeth von Gleichenstein:

Dieses Weltkulturerbe hat ja das Problem, dass es nicht sichtbar ist, so wie Bauwerke. Es muss daher irgendwie sichtbar und erlebbar gemacht werden. Meines Wissens hat der Besuch in Unteruhldingen seither zugenommen, d.h. dass der Tourismus profitiert. Aber wohl nicht so stark, wie z.B. beim Weltkulturerbe Reichenau.

Das Pfahlbaumuseum in Dingelsdorf war die erste Einrichtung nach der Ernennung der Pfahlbauten als Weltkulturerbe, die das Thema neu darstellt und mit Objekten der Zeit illustriert. Wir versuchen seither durch Vorträge, museumspädagogische Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und Exkursionen die Bevölkerung mit den vielen Aspekten der Pfahlbauzeit vertraut zu machen. So kommen zur Zeit jeden Freitag ca. 30 Kinder aus Kindergarten und Grundschule Dingelsdorf einen Vormittag zur Steinzeitwerkstatt ins Museum. Auch als Programmpunkt bei besonderen Anlässen, z.B. Geburtstagen, wird gern eine Führung in der Ausstellung gebucht. Und künftig soll es regelmäßig kleine Sonderthemen in der Ausstellung geben.

Schon heute kann ich Ihnen zwei Veranstaltungen des Pfahlbauvereins Dingelsdorf ankündigen:

Am Mittwoch, 17. Mai um 19.30, spricht der Freiburger Archäologe Hans Oelze zum Thema “Ich Mann, Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?” im Rathaus Dingelsdorf.

Am Samstag, 10. Juni, Exkursion zu einem Flachs anbauenden und verarbeitenden Hof in Oberschwaben.

Sie sehen, es gibt viele Aspekte der Vorzeit, die eine nähere Betrachtung lohnen.

Übrigens wird auch am Strandbad Klausenhorn in Dingelsdorf eine Infotafel in Anlehnung an die Litzelstetter Tafeln aufgestellt werden. Die Herstellung dauert aber!

Insgesamt ist das Weltkulturerbe Pfahlbauten aber sicher noch nicht ausreichend ins Bewusstsein gebracht. In Konstanz war z.B. von einer Info-Einrichtung die Rede, das Projekt scheint aber eingeschlafen zu sein? Es gab auch den Vorschlag, auf der Grenze zwischen Konstanz und Thurgau das jetzige Hemmenhofener Institut als öffentlich zugängliche Einrichtung zu erstellen, was aber vom Kultusministerium Baden-Württemberg aus Kostengründen abgelehnt wurde.

Es gab auch mehrere Konferenzen der Anrainerstaaten zur besseren Vermarktung, das Resultat ist ein gemeinsames Logo.


Die Fragen stellte der Bodanbürger e.V., Dennis Riehle.


 
 
 

bodanbürger.de - das Bürgerportal des Bodanbürger e.V. für die Konstanzer Teilorte auf dem Bodanrück Dettingen-Wallhausen, Dingelsdorf mit Oberdorf und Litzelstetten mit Insel Mainau sowie für Allensbach mit seinen Teilorten Hegne, Kaltbrunn und Langenrain-Freudental