Interview zu den Krähenangriffen auf Jogger

08.07.2017 Fragen an den NABU

Nach den Angriffen von Krähen auf Jogger in der Region Dettingen-Wallhausen und Dingelsdorf-Oberdorf hat die Redaktion des Bürgerportals der „Bodanbürger“ den „Naturschutzbund Deutschland“ (NABU) um weitere Informationen zu den Hintergründen dieser Vorkommnisse in Erfahrung angefragt: 

Bodanbürger:

1. Weshalb kommt es zu den Angriffen der Vögel?

Susanne Schwab, NABU Wollmatinger Ried:

Bei diesem Verhalten handelt es sich um Scheinattacken, um Passanten von einem Ort zu vertreiben, an dem junge Krähen sitzen. Die Krähen möchten dabei nicht direkt einen Kampf eingehen, fliegen aber sehr direkt auf die vermeintliche Bedrohung zu und können dabei Menschen, aber auch Tiere, mit den Krallen oder Flügeln streifen. 

Bodanbürger:

2. Sind es vornehmlich Krähen, die solche Angriffe starten?

Susanne Schwab, NABU Wollmatinger Ried:

Ein ähnliches Verhalten wird zum Bespiel auch bei Mäusebussarden beobachtet. Nicht zuletzt können Sie dieses Verhalten der Krähen auch zwischen diesen Tieren hoch oben in der Luft beobachten. Nicht selten versucht eine deutlich kleinere Krähe Rotmilane oder Bussarde durch solche Scheinangriffe zu vertreiben.

Bodanbürger:

3. Wie häufig sind solche Attacken?

Lars Lachmann, Vogelfachmann des NABU Bundesverbands:

Es handelt sich bei den Attacken auf Spaziergänger mehr oder weniger um Einzelfälle (im Verhältnis zur Brutvogelzahl). Meist sind dies die gleichen Individuen. 

Bodanbürger:

4. Wie kann man sich als Spaziergänger gegen die Attacken schützen?

Lars Lachmann, Vogelfachmann des NABU Bundesverbands:

Zur Abwehr genügt meist, die Arme zu schwenken. Ich rate Spaziergängern, sich nahe Krähennestern unauffällig zu verhalten. Sobald man zum Beispiel läuft, löst dies den Schutzreflex aus. 

Bodanbürger:

5  Haben Sie noch weitere Tipps?

Lars Lachmann, Vogelfachmann des NABU Bundesverbands:

Auch die Farbe Rot scheint manchmal besondere Aggressionen auszulösen.

Bodanbürger:

Frau Schwab, Herr Lachmann, wir danken Ihnen für Ihre Antworten!


Die Fragen stellte der Bodanbürger e.V., Dennis Riehle.


 
 

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