Litzelstetten mit Mainau - politisch

20.09.2018 (pm) Ortschaftsrat stimmt Vorentwurf für Marienweg zu

Das Gebiet „Marienweg" in Litzelstetten ist Teil des Handlungsprogramms Wohnen. Mit dem Erwerb von 60% Grundstücksanteil im Juli 2015 durch die Stadt Konstanz entsprechend des Grunderwerbmodells wurde der Grundstein für die Entwicklung der Fläche gelegt.

Am 21.04.2016 hat der Gemeinderat mit der Aufstellung des Bebauungsplans die Rahmenbedingungen zum Wettbewerb beschlossen.

Auf Grundlage des Wettbewerbsergebnisses wurde der städtebauliche Entwurf erarbeitet. Dieser ist Grundlage des Bebauungsplanes. Der Bebauungsplan überträgt die Grundideen des Entwurfs in Planungsrecht. Dabei gilt es sicherzustellen, dass der Entwurf hinsichtlich Gebäudestellung, Kubatur und städtebaulicher Qualität erhalten bleibt und die notwendige Flexibilität in der Umsetzung gewährleistet ist.

Mit dem Entwurf werden etwa 80 Wohneinheiten in 12 Gebäuden entstehen. Die um eine grüne Mitte gruppierten Häuser werden durch einen verkehrsberuhigten Bereich erschlossen. Alle notwendigen Stellplätze sind bis auf die drei Baukörper am Marienweg in unter den Hausgruppen liegenden Tiefgaragen angeordnet.

Die städtebauliche Planung sieht vor, mit der geplanten Bebauung den Siedlungsrand klar zu definieren. Geplant ist eine Bebauung mit drei bis zu vier Vollgeschossen. Die Baufenster beschreiben die aus dem Wettbewerbsbeitrag entwickelte Bebauungsstruktur. Es ist eine offene Bauweise vorgesehen.

Die durch die Gebäudesetzung entstehende öffentliche Freifläche ist die zentrale Mitte des Quartiers und soll als multifunktionale gemeinschaftliche Grünfläche mit Kinderspielbereich genutzt werden. Durch die verkehrsberuhigte Erschließung mit öffentlichen Fußwegen sowie der Gebäudegruppierung um eine grüne Mitte entsteht eine sinnvolle Zonierung von privaten und gemeinschaftlichen Freiflächen, die eine generationsübergreifende Nutzbarkeit ermöglicht und einen sozialen Raumcharakter bietet. Die bestehenden Baumreihen an der Martin-Schleyer-Straße und dem Marienweg werden teilweise neu gesetzt und in ihrer ökologischen und gestalterischen Funktion gestärkt. Die privaten Grundstücksflächen werden mit Gehölzpflanzungen entlang des Geltungsbereichs eingegrünt, um das neue Quartier in Ort und Landschaft einzubinden.

Ein Teil der Grundstücke wird entsprechend dem Grunderwerbmodell den Alteigentümern zugeteilt werden, so dass dort keine freiwilligen Vereinbarungen zur Sicherstellung der Umsetzung über die durch den Bebauungsplan gesicherten baulichen Zielsetzungen des Wettbewerbsergebnisses hinaus zur Verfügung stehen. Auf den zukünftigen städtischen Flächen werden im Rahmen des Verkaufs an die Wobak das Wohnungsangebot analog des Handlungsprogramm Wohnen sichergestellt. Ein Mehrfamilienhaus wird für ein Baugruppenprojekt angeboten werden können.

Eine Artenschutzfachliche Einschätzung nach § 44 BNatSchG für das Gebiet liegt vor (365°, 2015) und ist als Anhang der Umweltanalyse beigefügt. Bei vollständiger Umsetzung aller Maßnahmen zur Vermeidung und Minimierung des Eingriffes ist kein Eintreten von Verbotstatbeständen nach § 44 BNatSchG bzw. des Art. 12 FFH-Richtlinie und Art. 5 der Vogelschutzrichtlinie zu erwarten.

Da der Bebauungsplan nach § 13b BauGB aufgestellt wird, gelten die genannten erheblichen Eingriffe als rechtlich zulässig, ein Ausgleich ist gemäß der Gesetzeslage nicht erforderlich.

Auf Grundlage des städtebaulichen Entwurfs wurden die schalltechnischen Konflikte des Verkehrslärms an der Martin-Schleyer-Straße und die Tiefgaragen Ein- und Ausfahrten detailliert untersucht.

Es sind Maßnahmen zum Schallschutz notwendig. Von Festsetzungen zum aktiven Schallschutz (Lärmschutzwände) wird aus städtebaulichen Gründen abgesehen. Resultierend daraus wurden passive Schallschutzmaßnahmen in die Planungsrechtlichen Festsetzungen des Bebauungsplans aufgenommen. Für die Ein- und Ausfahrten der Tiefgaragen werden bauliche Maßnahmen vorgeschlagen, die in die Festsetzungen übernommen wurden.

Die festgesetzten Maßnahmen sind ausreichend, um gesunde Wohnverhältnisse im Planungsgebiet sicherzustellen.

Vor Durchführung des Wettbewerbes wurde aufgrund der ausgeprägten Hangsituation ein Baugrund- und Gründungsgutachten erarbeitet. Im Gutachten werden Angaben zur Ausführung von Baumaßnahmen wie bei Verkehrsflächen, Kanalbau und Gründung von Gebäuden sowie Hinweise zu Ausführung und Bodenaustausch gemacht. Eine gezielte Untersuchung für Gründungsmaßnahmen im Zuge konkreter Bauwerksplanungen wird aufgrund der inhomogenen Untergrundverhältnisse dringend empfohlen. Details zu den einzelnen Maßnahmen sind dem Gutachten zu entnehmen.

Das parallel zum Bebauungsplanverfahren beauftragte Energiekonzept basiert auf zwei bis drei Versorgungsvarianten, die zur Erreichung der städtischen Klimaschutzziele geeignet sind. Der Offenheit bei der Wahl von Lösungsansätzen wird damit Rechnung getragen, gleichzeitig findet der Klimaschutz gemäß § 1 (5) BauGB Berücksichtigung.

Genaue Regelungen privatrechtlicher Art werden im Zuge des weiteren Verfahrens auf Grundlage des Energiekonzepts getroffen.

Das Verfahren wird im beschleunigten Verfahren nach § 13b BauGB durchgeführt.

Nachdem die frühzeitige Beteiligung abgeschlossen ist, wird die Offenlage zum Beschluss vorgelegt. Der Satzungsbeschluss kann Mitte 2019 erfolgen.

Nach Abschluss des Bebauungsplanverfahrens wird eine Umlegung die Neuordnung der Grundstücke regeln. Die Erschließung ist voraussichtlich ab 2020 möglich.

Der Ortschaftsrat stimmte dem Vorgehen einhellig zu.

(Text: Stadtverwaltung Konstanz)

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1794 - 8
Neubaugebiet Marienweg, (c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz
Neubaugebiet Marienweg, (c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz
 

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