08.07.2017 Ortsmitte Litzelstetten - Dorfplatz statt Wobak-Bebauung

(Kommentar: Andreas Hafen)

Sehr geehrte Ortschaftsrätinnen, sehr geehrte Ortschaftsräte, liebe Litzelstetterinnen und Litzelstetter!

Die Reaktionen nach der letzten Ortschaftsratsitzung zeigen einmal mehr, wie unzufrieden fast alle Litzelstetter mit der geplanten Bebauung der Ortsmitte sind. Vielleicht wäre doch noch Zeit, eine radikale Kehrtwende des Verfahrens vorzunehmen.

Diskutieren Sie mit der Wobak nicht über einen halben Meter weniger Höhe oder ein paar Zentimeter mehr Grenzabstand. Lehnen Sie das Projekt, so wie es geplant ist, grundlegend ab und fordern Sie die Stadt auf, das Grundstück von der Wobak zu erwerben und zusammen mit den Litzelstettern eine „bürgernahe“ Ortsmitte zu gestalten, die den Namen auch verdient.

Wehren Sie sich gegen die unsägliche Bezeichnung „Straßendorf“ in dem Sie für eine offene Fläche und eine unterbrochene Bebauung an der Ortsdurchfahrt plädieren.

Hier habe ich einige Argumente für eine Planungsänderung zusammen getragen:

+++++

Zitat von OB Burchardt: „Die Messe ist gelesen …“

Zitat eines ehemaligen Bürgermeisters (aus anderem Zusammenhang …): „Solange keine Bagger dastehen, ist noch alles möglich“

Auszug aus der Homepage der Stadt zur Bürgerbeteiligung – erinnern Sie sich noch?

„Litzelstetten – ein Dorf am Bodensee im Wandel“

Litzelstetter Bürger und Verbände, die zunächst vorschlugen auf einem frei werdenden Grundstück an der Kreuzung Martin-Schleyer-Straße/Dorfwiesenweg/Komturweg einen zentralen Dorfplatz anzulegen, haben mit ihren Vorschlägen einen Prozess angestoßen, der in einem intensiven Bürgerbeteiligungsverfahren die Grundlagen für die weitere Überplanung des Grundstücks definierte.

Der Wettbewerb stellt den Auftakt für einen längerfristig angelegten Prozess der Ortsentwicklung dar. Zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft Wobak will die Stadt im Bereich des Realisierungs- und Ideenteils einen wichtigen ersten Entwicklungsschritt vorbereiten und ein beispielhaftes Ensemble schaffen. Dieses soll Vorbildcharakter haben und weitere Maßnahmen auch in den angrenzenden halböffentlichen und privaten Bereichen nach sich ziehen.

+++++

Das vorläufige Ende des Bürgerbeteiligungsverfahrens ist wohl hinlänglich bekannt. Zurück bleiben enttäuschte Bürger, getäuschte Ortschaftsräte und die Erkenntnis des Oberbürgermeisters, dass bei diesem Verfahren einiges schief gelaufen ist. So die Einsicht des OB‘s beim Bürgergespräch am 19. Mai 2017 in Litzelstetten. Und es klingt schon fast wie eine Entschuldigung bzw. ein Freispruch für die damals beteiligten Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Wobak, wenn der OB feststellt, dass die meisten von ihnen nicht mehr im Dienst oder anderweitig beschäftigt sind. 

Es werden also Fehler eingeräumt. Noch wäre es Zeit diese zu revidieren! Noch stehen keine Bagger in der Ortsmitte! Vielleicht gibt es nun Mitarbeiter, die auf die berechtigten Belange der Bevölkerung eingehen und den entstandenen Schaden an Vertrauen und einer verfehlten Planung korrigieren wollen.

Ist die vom OB über alle Maßen gelobte und in Schutz genommene Wobak nicht eine Gesellschaft der Stadt. Wieso kann die Stadt dann nicht sagen: 

Wir verzichten auf eine Gewinnerzielungsabsicht und gestalten mit den Bürgern eine Ortsmitte nach deren Wünschen?

Bezahlt man nicht auch dafür seine kommunalen Steuern?

Besteht überhaupt noch die Notwendigkeit einer Wohnbebauung in der Ortsmitte, nachdem ein neues Wohngebiet im Marienweg entsteht?

Es fiel einmal das Wort der „Jahrhundertchance“!

Nachdem das Grundstück der ehemaligen „Krone“ nebst Vorplatz einem Hotel weichen musste, neben der Tankstelle gerade ein mächtiges Gebäude entsteht und ein letzter „romantischer Winkel“ bei der Kirche aktuell einem Neubau Platz macht, ist das Grundstück der Martin-Schleyer-Straße 29 tatsächlich die letzte Möglichkeit für eine positive Gestaltung der Ortsdurchfahrt bzw. der Ortsmitte. Die könnte man tatsächlich als Jahrhundertchance begreifen, zumal die Liegenschaft sich bereits in städtischem Eigentum (bzw. Wobak) befindet und nicht auf private Belange Rücksicht genommen werden muss.

Allensbach macht es vor! (s. SÜDKURIER vom 10.6.2016)

„Die Ortsmitte, sozusagen das Wohnzimmer von Allensbach, soll schöner werden. Vor zwei Jahren erhielt die Gemeinde die Förderzusage des Landes, in ein Sanierungsprogramm aufgenommen zu werden. Möglich sind verschiedene Maßnahmen zur Verschönerung des Ortsbilds und Verbesserung der Aufenthaltsqualität: Sanierungen an Gebäuden bis hin zum Neubau und die Umgestaltung von Plätzen ebenso wie das Thema Verkehr. Das Stadtentwicklungsbüro Steg hat mittlerweile die vorbereitenden Untersuchungen abgeschlossen. Und der Gemeinderat gab nun den Startschuss für den Einstieg in das Sanierungsprogramm, das bis ins Jahr 2022 reichen wird. Bürgermeister Stefan Friedrich: „Wir haben eine große Chance für die Ortsentwicklung.“

Wie wichtig eine lebendige Ortsmitte ist, sieht man gerade während des derzeitigen Provisoriums.

Die Volksbankfiliale, derzeit in Containern auf dem „Dorfplatz“, verzeichnet viele persönliche Kundenkontakte, eben weil sie im Ortszentrum steht. Die wenigen Parkplätze werden intensiv genutzt zum Besuch der Bank, der Apotheke, des Arztes oder des Bäckers. Wie sehr ein Platz mit Aufenthaltsqualität fehlt, beweist auch die offensichtlich gut angenommene Bäckerei mit Café Schneckenburger. Tatsächlich werden die unattraktiven Sitzgelegenheiten an der Straße genutzt. Trotz der schwierigen Parkplatz- bzw. Haltesituation. Das könnte man in einer gestalteten Ortsmitte viel besser machen.

Ich finde, die Messe ist keineswegs gelesen!

Andreas Hafen, Kornblumenweg 29, 78465 Konstanz-Litzelstetten

1  Kommentar

  • Wolfgang Benesch
    10.07.2017 18:49 Uhr

    Den Aussagen von Herrn A. Hafen kann man nur voll zustimmen. Die damalige Bürgerbeteiligung hatte klar gezeigt, was der Souverän, also die Bürger wirklich wollen! Alles andere geht am Bürgerwillen vorbei und die Chance für eine echte Ortsmitte ist ein für alle mal vertan!

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreiben Sie einen Kommentar zu dieser Seite

Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten

4428 + 1
Meinung
 

 
 
 
 

bodanbürger.de - das Bürgerportal des Bodanbürger e.V. für die Konstanzer Teilorte auf dem Bodanrück Dettingen-Wallhausen, Dingelsdorf mit Oberdorf und Litzelstetten mit Insel Mainau sowie für Allensbach mit seinen Teilorten Hegne, Kaltbrunn und Langenrain-Freudental

Unsere Bankverbindung: 

Kontoinhaber = Bodanbürger e.V., IBAN = DE54 6905 1410 0007 0791 14, BIC = SOLADES1REN (Bezirkssparkasse Reichenau (Baden))