Selbsthilfe für psychisch Kranke bietet in Zeiten der Krise verstärkte Mailberatung an

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„Quarantäne und Kontaktverbote belasten Betroffene und Angehörige zusätzlich!“

In Zeiten der „Corona-Krise“ bietet die Selbsthilfeinitiative Zwänge, Phobien und Depressionen im Landkreis Konstanz verstärkt Mailberatung für Betroffene und Angehörige an. Wie der ehrenamtliche Gruppenleiter Dennis Riehle mitteilt, habe die Zahl der Ratsuchenden im Augenblick zwar noch nicht zugenommen. Aufgrund der andauernden Beschränkungen wie Quarantäne und Kontaktverbote geht er allerdings davon aus, dass sich der „Lagerkoller“ vor allem für Menschen mit seelischer Vorerkrankung mit zunehmender Dauer deutlich in der Psyche bemerkbar machen wir: „Wir vermissen unsere sozialen Kontakte, drohen zu vereinsamen und müssen unseren Alltag völlig neu strukturieren. Das bedeutet für viele Betroffene und deren Angehörige erheblichen Stress, denn wir betreten mit dem stringenten Kampf gegen das Virus für uns alle Neuland – und wissen nicht, wie die Menschen darauf reagieren“.

Einzelne Anfragen in den letzten Wochen drehten sich kaum um die Angst, an „Corona“ selbst erkranken zu können. Viel eher ist einigen Betroffenen „die Decke auf den Kopf gefallen“, was nicht zuletzt gerade bei neurotischen Störungsbildern zum Rückfall in alte Strukturen führen kann. „Depressionen, Zwänge oder Phobien treten wieder gehäuft auf, weil uns die Ablenkung fehlt, mit der wir unsere Gedanken auf Alltägliches fokussieren könnten. Auch der ausbleibende Austausch mit Freunden, die Einschränkungen bei Hobbys und in der Freizeitgestaltung, aber gleichsam der immerwährende Blick auf die eigenen vier Wände kann zu einem tatsächlichen Problem werden. Entsprechend bereitet sich die Initiative um Dennis Riehle auf eine steigende Zahl an Hilfsgesuchen vor, die man verstärkt per Mail beantworten möchte, um damit Kapazitäten zu sparen.

Auch wenn in Zeiten des Corona-Virus kaum zu unterscheiden ist, ob sich jemand zum Selbstschutz sozial isoliert oder der Rückzug aus der Öffentlichkeit der Beginn einer psychischen Krise ist, sollten Angehörige, Bekannte und Bezugspersonen gegenseitig aufeinander achten. „Es schadet nie, wachsam zu sein“, sagt der 34-Jährige der als Betroffener selbst weiß, wie herausfordernd das „Eingesperrtsein“ für unsere Stimmung sein kann. „Gesellen sich zusätzlich Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit, Perspektivlosigkeit und fehlendes Interesse an Menschen oder Aktivitäten hinzu, rate ich dazu, sich professionelle Hilfe zu suchen. Bei der Vermittlung an Fachpersonen sind wir gerne behilflich, gleichsam beantworten wir aber auch alle anderen Fragen von verunsicherten Mitbürgern, die sich um sich selbst oder einen geliebten Nächsten sorgen“.

Die Mailberatung kann über selbsthilfearbeit@riehle-dennis.de erreicht werden. Sie unterstützt beratend in akuten Krisen und stellt bei Bedarf Kontakt zu Ärzten, Therapeuten und anderen Dienstleistern des Gesundheitswesens her. Insbesondere kann sie darauf eingehen, wie Betroffene und Angehörige mit Symptomen im Alltag und in der „Corona-Krise“ umgehen können und zeigt Möglichkeiten zur Hilfe durch Selbsthilfe auf. Dabei ersetzt sie keine medizinische oder psychologische Konsultation. Selbstverständlich sind Vertraulichkeit, Verschwiegenheit und Datenschutz gewährleistet. Die Beratung kann auch anonym erfolgen. Das ehrenamtliche Angebot ist kostenlos und steht allen Hilfesuchenden offen. Es versteht sich als Erstkontakt und dient als Orientierung für die Inanspruchnahme fachkundiger Begleitung.

Pressemitteilung:
Dennis Riehle
Selbsthilfeinitiative

Zwangserkrankungen, Phobien, psychosomatische Störungen und Depressionen im Kreis Konstanz
Website privat: https://www.dennis-riehle.de

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