Ostersonntag auf dem Bodanrück – Gläubige müssen weiterhin durchhalten

Frohe Ostern
Frohe Ostern

„Eine freudige Nachricht breitet sich aus“ (EG 558) – so singen Christen, nicht nur an Ostern. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Auch auf dem Bodanrück verbringen die meisten Menschen das höchste Fest des Kirchenjahres zu Hause, nicht bei ihren Familien, nicht bei Freunden – und auch nicht in der Kirche. Denn aufgrund der „Corona-Krise“ fallen die Gottesdienste ins Wasser. Gläubige sind angehalten, über die Medien an den Messen teilzunehmen, die reihenweise ins Netz übertragen werden. Den persönlichen Moment des Innehaltens und der Augenblick der Freude darüber, dass Christus den Tod überwunden hat, sie sind uns auch in einer solch schwierigen Lage wie derzeit nicht zu nehmen.

Den Lehrtext für den heutigen Ostersonntag finden wir bei Markus 16, 2-4: „Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war“. Nicht nur für Nichtchristen ist es schier unfassbar: Derjenige, der eingehüllt in Tücher, einbalsamiert und zur Ruhe gebettet wurde, ist nicht mehr da.

Das Osterwunder fasziniert die Menschen, weil es Perspektive schenkt. Frisches Leben wird uns eingehaucht, wenn wir daran denken, wie Jesus nach der Marter von seinem Schöpfer zurückgeholt wurde. Und egal, ob wir selbst den Schilderungen der Heiligen Schrift Vertrauen schenken oder nicht: Gerade in Zeiten von „Covid-19“ ist es eine ermutigende Aussage, nicht in Furcht verharren zu müssen, sondern auf die Chancen zu schauen, die jeder neue Tag mit sich bringt. An Ostern feiern wir den Sieg über den Tod, weil wir wissen, dass jeder von uns über das diesseitige Existieren hinaus Spuren in den Köpfen und Herzen der Mitmenschen hinterlassen wird. Nicht in Vergessenheit zu geraten, sondern sich dankbar an die zu erinnern, die unser Hiersein bereichert haben. Mit dem Hochfest endet die Karenz der Passionszeit, wir dürfen uns wieder freuen und ausgelassen unser Leben angehen. Mit Kraft und Zuversicht trotzen wir dem Dunkeln – und auch dem Virus…

Autor: Dennis Riehle, Konstanz

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