1. Mai: Ein Feiertag im Zeichen der Epidemie

Maiglöckchen
Maiglöckchen, (c) Foto: Herbert Aust auf www.pixabay.com

In der ersten Jahreshälfte tummeln sich diverse Festtage auf unseren Kalendern. Nachdem wir Neujahr, Fastnacht und Ostern hinter uns gebracht haben, steht nun heute die nächste Auszeit an: Am 1. Mai begehen viele Staaten einen gesetzlichen Feiertag, der in Anlehnung an Bürgerdemonstrationen, Proteste und Massenstreiks für den Achtstundentag in Amerika und Australien des 19. Jahrhunderts zum „Tag der Arbeit“ wurde. An vielen Stellen grassierte damals Gewalt, nachdem es zu heftigen Auseinandersetzungen der Aufständischen mit der Polizei kam. Auch im Gedenken an die Opfer dieser dramatischen Stunden feiert die Klassengesellschaft den „Erste Mai“ im Sinne einer Kundgebung für die Rechte der Arbeitnehmer weltweit. Von vielen sozialistischen Kreisen wird das Datum aufgrund seiner traurigen Geschichte als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ begangen.

In Deutschland wurde 1919 versucht, den Feiertag zu zementieren. Nachdem allerdings die Opposition protestierte, schien der 1. Mai auf ein einmaliges Ereignis beschränkt zu werden. Erst unter Hitler riefen die Nationalsozialisten den Beginn in den Mai erneut zum Feiertag aus. Die Alliierten waren es schließlich, die nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 den Maifeiertag in seiner heutigen Form bejahten. Anfangs waren Versammlungen allerdings nur sehr eingeschränkt möglich. Heute ist der Erste Mai in der gesamten Republik gesetzlich geschützt, allerdings fungiert er in den unterschiedlichen Bundesländern auch unter unterschiedlichen Namen: So wird der Maifeiertag in Nordrhein-Westfalen beispielsweise als „Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde“ begangen – und nimmt damit eine noch viel größere Bedeutung als das reine Gedenken an den Arbeiteraufstand ein. Lange Zeit waren die Nächte im Vorfeld des 1. Mai in linken Brennpunkten der Großstädte Ausgangspunkt von Randale. Die Tradition der friedlichen Kundgebungen am Feiertag lockte zwar in den vergangenen Jahren immer weniger Menschen an. Dennoch wird in den meisten Städten Deutschlands am „Tag der Arbeit“ demonstriert.

Auch auf dem Bodanrück begehen die Menschen das Datum, wenngleich der Feiertag in diesem Jahr unter dem Eindruck der „Corona“-Pandemie steht. Sicherlich werden sich viele Familien aber nicht die Gelegenheit zu Ausflügen nehmen lassen. Und wie haben Sie Ihren 1. Mai gestaltet? Schreiben Sie uns Ihre Eindrücke vom Feiertag, die wir gerne im Bürgerportal www.bodanbueger.de veröffentlichen werden. Unsere Adresse ist post@bodanbuerger.de.

Autor: Dennis Riehle, Konstanz

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