Das Geheimnis von „Christi Himmelfahrt“: Gläubige feiern Jesu himmlische Ankunft

Kirchenfenster der Evangelischen Auferstehungskirche in Konstanz-Litzelstetten
Kirchenfenster der Evangelischen Auferstehungskirche in Konstanz-Litzelstetten, (c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz

Christi Himmelfahrt – viele Menschen können mit diesem Begriff heute kaum noch etwas anfangen. Viel eher sind es die Männer in der Bevölkerung, die den Feiertag als „Vatertag“ nutzen und gemeinsame Ausflüge planen, wenngleich sie in Zeiten der Corona-Krise auch auf dem Bodanrück in diesem Jahr weniger feucht-fröhlich ausfallen dürften, als es in den Vorjahren der Fall war. Seit 1934 gilt der Feiertag in Deutschland als gesetzt, auch wenn er mittlerweile unter anderen Bezeichnungen wie dem „Herrentag“ fungiert. In der katholischen, orthodoxen und anglikanischen Kirche wird er als Hochfest begangen, denn nach christlicher Überlieferung ist Jesus nach seiner Auferstehung den Jüngern erschienen und 40 Tage danach „zur Rechten Gottes“ aufgefahren. Wie es heißt, wird er von dort kommen, „zu richten die Lebenden und die Toten“.

Der Lehrtext zur Losung für den Himmelfahrtstag macht deutlich, dass Jesus im Mittelpunkt dieses Feiertages steht: „Lasst uns wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus“ (Epheser 4,15). Für die Christen bedeutet dieser Gedenktag, sich der Herrlichkeit Jesu als Gottes Sohn noch einmal tief bewusst zu werden. Mancherorts werden Fürbitten gesprochen und Prozessionen geführt, als Ausdruck dessen, dass das Irdische überwunden wurde und Christus nun bei seinem Vater angekommen ist. Christi Himmelfahrt ist ein Fest aus Fröhlichkeit und Dankbarkeit, deshalb wird in einigen Kirchen die österliche Liturgie wiederholt und das Grabtuch vom Altar weggetragen. Das Glück der Auferstehung rückt in den Fokus der Gläubigen, die die Wesensgeschichte Jesu mit der Himmelfahrt erfüllt sehen.

Auch wenn die Gottesdienste auf dem Bodanrück sicherlich noch nicht wie in Normalzeiten aussehen werden, so ist doch davon auszugehen, dass die Kirchen am heutigen Festtag von vielen Christen besucht werden. Jesu ist aufgefahren in den Himmel, ohne nochmals zu sterben. Auch hat er keinen Leichnam zurückgelassen, sondern ist in seiner Vollkommenheit ins himmlische Reich zurückgekehrt. Damit wurde er nicht nur wieder auferweckt, sondern ist erhöht worden. Im himmlischen Jenseits schließt sich der Kreis des christlichen Glaubens, denn Jesus wird mit der Hand Gottes empfangen. Begleitet von den Engeln kehrt er zurück, nachdem er die Menschheit auf Erden geeint hat. Christi Himmelfahrt wird auch in Österreich und in der Schweiz sowie in zahlreichen anderen Ländern Europas als gesetzlicher Feiertag begangen.

Autor: Dennis Riehle

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