Pfingstmontag auf dem Bodanrück und anderswo: Von der Apostelgeschichte zum „Birkenstecken“…

Pfingstrose
Pfingstrose, (c) Foto: Olette Bollen auf www.pixabay.com

Am Pfingstmontag feiern nicht nur die Christen auf dem Bodanrück noch einmal die Ausgießung des Heiligen Geistes über die Apostel. Viel eher wird mit diesem Fest dem Anbeginn der Kirche gedacht, nachdem die Gläubigen zu biblischen Zeiten nach testamentarischer Überlieferung in ihren eigenen Sprachen zu sprechen begannen. In der Apostelgeschichte wird entsprechend geschrieben: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er durch die rechte Hand Gottes erhöht worden war und vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen hatte, hat er ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört. […] Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt“ (Apg 2, 32 – 36). Hiermit wird deutlich, dass den Menschen ein sichtbarer Beweis geschenkt wurde, wie Gott seine Jünger beseelt. Das Pfingstwunder wird auch im Johannesevangelium beschrieben, wonach Jesus am Osterabend zu seinen Anhängern kam und ihnen zusprach: „Empfanget den Heiligen Geist!“.

Als „Praxisbeispiel“ macht die Bibel gleichzeitig deutlich, wie die Menschen auch heute noch die Spiritualität Gottes in seiner Lebendigkeit der Dreieinigkeit mit Vater und Sohn spüren und empfangen können: „Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus antwortete ihnen: Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird. Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: Lasst euch retten aus dieser verdorbenen Generation! Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden (ihrer Gemeinschaft) etwa dreitausend Menschen hinzugefügt. Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten“ (Apg 2, 37 – 42).

Der Pfingstmontag, der in vielen Ländern Europas gesetzlicher Feiertag ist, wird auch durch verschiedenes Brauchtum gepflegt. Viele Jugendverbände laden traditionell zu Pfingstzeltlagern ein, im Bergischen Land wird das Pfingstsingen praktiziert, bei dem Männergesangsvereine durch die Ortschaften ziehen und den Pfingstgruß einholen. Generell wird am Pfingstfest die Fruchtbarkeit von Pflanzen, Tieren und Nahrungsmitteln erbeten und ihr gedeihliches Reifen erhofft. In einigen Regionen wird mit dem Pfingstfest auch der Auftrieb des Viehs durch die Hirten verbunden, andernorts werden Pfingstbäume gepflanzt. Nicht wenige Plätze in Deutschland laden zur Pfingstkirmes ein, auch wenn in diesem Jahr durch die andauernde Corona-Pandemie darauf wohl verzichtet werden wird. In einigen ländlichen Teilen wird auch dem „Birkenstecken“ nachgegangen, bei welchem Junggesellen ihren Angebeteten eine Birke vor die Hauswand stellen. Insgesamt ist Pfingsten ein Ausdruck großer Freude und Herzlichkeit.

Autor: Dennis Riehle

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