Eindrücke vom Zeppelin-Rundflug: „Wir leben in einer gigantischen Umgebung“

Insel Mainau im Bodensee mit Litzelstetten und dem Bodanbrück aus dem Zeppelin am 13.07.2020
Insel Mainau im Bodensee mit Litzelstetten und dem Bodanbrück aus dem Zeppelin am 13.07.2020, (c) Foto Siegbert Riehle, Konstanz

Inmitten der „Corona“-Pandemie hat der Litzelstetter Siegbert Riehle am 13. Juli 2020 einen Rundflug mit dem Zeppelin gemacht – und ist dabei seiner Heimat von oben ein ganzes Stück näher gekommen. Für die Redaktion der „Bodanbürger“ beantwortet Riehle einige Fragen zu seinem Erlebnis, das er zusätzlich in eindrucksvollen Bildern festgehalten hat:

Bodanbürger: Was war der eindrucksvollste Moment des Überflugs?

Siegbert Riehle: Am eindrucksvollsten war für mich die Sicht auf den Konstanzer Trichter. Es war faszinierend, die Tiefen und Untiefen des Bodensees zu erkennen und zu erfassen, welche vielgestalterische Unterwasserwelt dort vorherrschen muss, wenn man mitansehen darf, wie die unterschiedlichen Farben die Wasseroberfläche gestalten.

Bodanbürger: Mit dem Zeppelin wirkt das Fliegen so malerisch sanft. Wie fühlt man sich, wenn man von solch einem Gefährt aus die eigene Region, das eigene Dorf anschauen kann?

Siegbert Riehle: Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir Litzelstetten ein wenig nähergekommen wären. Aber die Flugroute steht ja offenbar schon im Vorhinein fest. Immerhin sind wir an der Insel Mainau entlang geflogen und konnten Litzelstetten aus der Ferne sehen. Grobe Umrisse konnten wir von dort aus sehen, hervorgestochen sind beispielsweise die katholische Kirche und das Strandbad.

Insel Mainau im Bodensee aus dem Zeppelin am 13.07.2020
Insel Mainau im Bodensee aus dem Zeppelin am 13.07.2020, (c) Foto: Siegbert Riehle, Konstanz

Bodanbürger: Wie unterscheidet sich die Landschaft, wenn man sie von oben statt von unten aus sieht?

Siegbert Riehle: Ich war überrascht, dass die Umgebung gar nicht in Miniatur erschien, sondern Straßenzüge und Häuser auseinanderzuhalten waren. Die Stadt Konstanz wirkte von oben aus gesehen kaum anders, als wir sie vom Spaziergang auf dem Boden her kennen. Natürlich wirkt das Leben aus der Luft gesehen noch sehr viel umtriebiger, als es ohnehin tatsächlich ist.

Bodanbürger: Welche war die überraschendste Erkenntnis aus dem Rundflug?

Siegbert Riehle: Ich war erstaunt darüber, wie wackelig so ein Flug sein kann. Von der Erde aus sehen die Zeppeline immer so majestätisch aus, als wenn ihnen kein Lufthauch etwas anhaben könnte. Das war bei unserem Flug ganz anders. Es gab richtige Turbulenzen – oder wie bei einem Schiff der Wellengang.

Bodanbürger: Gab es aufgrund von Covid-19 besondere Maßnahmen beim Einstieg oder auf dem Flug?

Siegbert Riehle: Natürlich mussten wir über den gesamten Flug hinweg Atemschutzmasken tragen. Zudem gab es einen „fliegenden Einstieg“, das bedeutet, dass immer nur zwei Personen aus- und einsteigen durften. Die Personenzahl an Bord bleib aber wie immer gleich: Zwölf Fluggäste plus Pilot und Copilot.

Bodanbürger: Das Wetter war ja hervorragend. War der Flug kurzfristig geplant oder musste unabhängig der Wettervorhersage langfristig im Voraus gebucht werden?

Siegbert Riehle: Der Ansturm auf die Zeppelin-Flüge war durch die Epidemie offenbar begrenzt, denn wir haben erst zwei Wochen vor dem Flug unseren Termin gebucht. Dennoch konnten wir damals das gute Wetter noch nicht absehen, welches für unseren Ausflug natürlich herrlich war.

Bodanbürger: Wir danken für das Gespräch.

Das Interview führte Dennis Riehle.

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