Dorfentwicklung in Litzelstetten: Zwischen „Ortsmitte“ und „Demografischem Umbruch“…

Schriftzug Meinung
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(Offener Brief von Dennis Riehle)

Liebe Litzelstetter Ortschaftsräte,

bevor ich Ihnen meine traditionellen Weihnachtsgrüße übersende, möchte ich nochmals kurz einen Gedankenanstoß für das weitere Vorgehen um unsere hiesige Dorfentwicklung geben.

Ich hatte Ihnen in zwei Leserbriefen ja bereits mitgeteilt, wie ich die Lage einschätze: Auch wenn sich die Zahlen relativieren mögen, das besonders hohe Ausmaß des „Demografischen Wandels“ für unseren Teilort können wir keinesfalls wegdiskutieren. Ich schlage deshalb vor, nach der öffentlichen Bekanntgabe der neuesten Statistiken über die entsprechende Bevölkerungsentwicklung in Litzelstetten folgende Schritte zu gehen:

Ortschaftsrat beauftragt „Arbeitskreis Soziales Miteinander“ mit der Durchführung von…

  • „Rundem Tisch“ aller Gewerbetreibenden, die über ihre Zukunft in Litzelstetten, allfällige Regelungen zur Nachfolge in den eigenen Betrieben und die veränderte Nachfrage durch eine sich in den nächsten Jahren wandelnde Einwohnerstruktur beraten;
  • einem Expertenkreis, der die Auswirkungen einer hochbetagten Gesellschaftsgruppe auf die Dorfgemeinschaft beschreibt und Vorschläge zur altersgerechten Fortentwicklung des öffentlichen Raums, der Quartiere und der sozialen Dienstleistungen unterbreitet;
  • einer Zusammenkunft aller derzeitigen Akteure unseres Gesundheits- und Sozialwesens aus Litzelstetten, um über die Sicherung einer langfristigen Versorgung der älter werdenden Bevölkerung zu sprechen und gegebenenfalls frühzeitige Maßnahmen zu ergreifen, um etwaigen Ausfällen vorzubeugen – und zusätzliche Angebote zu schaffen;
  • einem „Austauschforum“ für das Bürgerschaftliche Engagement nach dem Konzept von Wolfgang Flick („LINSE“), in dem sich alle Vereine und Initiativen über ihre Aufgaben, Ziele und Ressourcen besprechen und gemeinsam überlegen, wie das Ehrenamt in Litzelstetten stärker gefördert werden kann;
  • einem Dialog mit der Stadt Konstanz über die Definition der Ortsmitte, die sich nach Auffassung aus den vergangenen Jahren vom Gemeindehaus bis zum „Milchhäusle“ sowie von der Straße „Im Loh“ bis zum „nah und gut“ erstreckt – und ihre entsprechende Weiterentwicklung anhand des Gestaltungshandbuchs;
  • einem „Bürgerworkshop“ zu Fragen der Verdichtung des Nahverkehrs, Ansiedelung von Einzelhandel in der Ortsmitte (siehe Nahversorgerkonzept), Schaffung von Familienfreundlichkeit etc.;

Ortschaftsrat setzt sich weiterhin ein für…

  • langfristige Gestaltung der Martin-Schleyer-Straße als Begegnungszone mit Temporeduktion und Lärmschutz;
  • weitere Barrierefreiheit im gesamten Ort, vorrangig „Kasseler Borde“ an allen Bushaltestellen;
  • Schaffung weiteren Wohnraums, auch unter Prüfung möglicher Zweckentfremdung bestehender Gebäude, mit Priorität der Schaffung von dezentraler Pflege.

Abschließend hier als pdf-Datei nochmals meine Ausarbeitung aus dem Jahr 2017 bei. Darin finden sich meine Empfehlungen für Aufgabenfelder, die nach meiner Ansicht in Arbeitsgruppen behandelt werden sollten.

Nachdem ich in Gerontologie (zertifiziert) und Altenbetreuung ausgebildet bin, Pflegelotse war und die Litzelstetter Sozial- und Pflegesprechstunde leite, hoffe ich darauf, meine entsprechende Expertise einbringen zu können.

Ich würde mich deshalb gerne im AK Soziales Miteinander, in der Initiative Dorfmitte und den oben beschriebenen Aktionen zur Planung unserer weiteren Ortsentwicklung einbringen.

Autor: Dennis Riehle

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