Sprechstundenangebot in Litzelstetten: „Demenz“ ist Schwerpunkt von März bis Mai …

Logo der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe LiNa
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Die Litzelstetter Sozial- und Pflegesprechstunde wird sich in den kommenden Monaten in ihrer Beratung besonders um das Thema „Demenz“ kümmern. Damit sollen schwerpunktmäßig Hilfesuchende angesprochen werden, die einen demenzkranken Angehörigen versorgen. Auch können sich Bezugspersonen melden, die bei einem nahestehenden Verwandten eine dementielle Erkrankung vermuten. Und nicht zuletzt dürfen sich natürlich auch Betroffene selbst beraten lassen, bei denen entweder bereits eine Diagnose besteht oder zumindest der Verdacht im Raum ist.

Die Sprechstunde gibt keinerlei medizinische Auskunft, sondern hilft dabei, die passende Anlaufstelle für eine neuropsychologische Abklärung etwaiger Symptome zu finden. Daneben unterstützt sie pflegende Angehörige von Demenzerkrankten mit wichtigen Tipps für den Alltag: Sie informiert einerseits über den richtigen Umgang mit den emotionalen, kognitiven und seelischen Auswirkungen, denen Betroffene unterworfen sind – und die nicht selten das Umfeld des Patienten auf die Probe stellen. Sie gibt andererseits Auskunft über Hilfestellungen des Sozialstaates, von Wohlfahrtsverbänden und des Gesundheitswesens, auf die Erkrankte und ihre Angehörigen Anspruch haben. Die Sprechstunde erteilt Ratschläge, wie Familie und Freunde auf eine Demenz-Diagnose reagieren sollten – und welche Maßnahmen im Wohnumfeld ergriffen werden können, um der neuen Lebenssituation der Betroffenen gerecht zu werden. Sie gibt entsprechende Anregungen, wie den Pflegenden der Spagat zwischen Zuwendung und Abgrenzung zur Leidensgeschichte des Patienten gelingen kann – und wie man eine Bevormundung des Angehörigen vermeidet. Daneben motiviert die Sprechstunde auch, die weiterhin vorhandenen Ressourcen des Betroffenen positiv zu nutzen und einen optimistischen Blick auf die zwischenmenschliche Beziehung zum Erkrankten zu werfen. Sie erklärt zudem, wie pflegende Verwandte einen hinreichenden Selbstschutz vor einem möglichen Burnout aufbauen können – und welche Entlastungsangebote Familien mit einem demenzkranken Angehörigen zustehen.

Die Sprechstunde hat ein offenes Ohr für die Nöte von Patienten und dessen Umfeld – und bemüht sich darum, die krankheitsbedingten Fragen der Ratsuchenden adäquat zu beantworten. Dabei bedient sie sich einer durchtragenden Seelsorge und des Coachings.

Das ehrenamtliche Angebot der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V. steht damit allen Bürgern kostenlos zur Verfügung, es wird vom 35-jährigen Dennis Riehle geleitet. Er ist als Psychologischer Berater ausgebildet – und konnte durch zertifizierte Weiterbildungen im Sozialrecht, in Gerontologie und in Rechtsfragen der Pflege das nötige Wissen erwerben, um den Hilfesuchenden fachkundige Stützte zu sein. Riehle hat sich im Zuge seiner Qualifikation ausgiebig mit der Thematik „Demenz“ auseinandergesetzt – und erklärt deshalb: „Der Veränderungsprozess, den Betroffene einer Demenz durchlaufen, stellt ungeahnte Herausforderungen an den Patienten und sein Umfeld. Für die pflegenden Angehörigen ist der Verlust von geliebten Eigenschaften des Verwandten kaum zu begreifen. Der Wandel von Persönlichkeit und des Wesens ihres vertrauten Mitmenschen lässt sie nicht selten allein zurück. Sie müssen ihren Tagesablauf völlig neu strukturieren und sind plötzlich mit Aufgaben konfrontiert, die ihnen bislang fremd waren. Die Betreuung eines Demenzkranken bedarf eigener Stabilität und Orientierung des Pflegenden. Die wachsende Verantwortung überfordert sie jedoch häufig und hinterlässt viel Unsicherheit. Daher ist es wichtig, dass sich pflegende Angehörige verlässliche Ankerpunkte definieren. Dabei will ich sie gerne begleiten“.

Selbstverständlich sind von März bis Mai auch jederzeit Anliegen zu all den anderen Themen willkommen, denen sich die Sprechstunde ansonsten bereits widmet. Dazu gehört schwerpunktmäßig die psychosoziale Beratung in unterschiedlichen Lebenslagen. Daneben beantwortet sie grundsätzliche soziale Fragen, ohne eine fallbezogene Beurteilung vornehmen zu können. Dazu gehören beispielsweise: Leistungen bei Arbeitslosigkeit (ALG I und II/“Hartz IV“), Sozialhilfe (Grundsicherung, Sozialgeld u.a.), Leistungen bei Erwerbsminderung und im Alter (Rente), Anerkennung von Pflegebedürftigkeit (MDK-Besuch) und Leistungen der Pflegeversicherung (Pflegegrade, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, Pflegegeld und Pflegesachleistungen…), Barrierefreiheit, Wohnraumanpassung, pflegerische Hilfsmittel, Entlastung für pflegende Angehörige, Hilfe bei Krankheit oder Behinderung, Leistungen der Krankenversicherung und anderer Sozialträger, Anerkennung von Schwerbehinderung und Anspruch auf Nachteilsausgleiche, Blindengeld und Blindenhilfe, Fragen zu Gebrechen des Alters, Hilfe und Unterstützung bei Migrationshintergrund, Leistungen für Flüchtlinge und Asylsuchende, Fragen in der Erziehung, Leistungen für Familien (Kindergeld…), Förderungen im Studium („BAföG“ usw.), Wohngeld, Seelsorge in alltäglichen Krisen, Unterstützung in schwierigen Lebenslagen, Fragen zu Rehabilitation und Wiedereingliederung, Angebote der Selbsthilfe, Vorsorge-/Betreuungsvollmacht und Patientenverfügung sowie Hilfe bei Antragsstellung und dem Ausfüllen von Formularen oder Widersprüchen. „Daneben informiere ich auch über die Dienste der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe“, so Riehle.

Hinweis: Dennis Riehle stellt für das soziale Problem des Kontaktnehmers, wenn nötig, die theoretischen Rechtsgrundlagen dar und verweist schematisch und ohne jegliche individuelle Bewertung aufklärend und informativ auf die entsprechenden Gesetze, damit die Nutzer des Angebots im Zweifelsfall eine juristische Einzelfallprüfung bei einem Anwalt vornehmen lassen können, die die Sprechstunde nicht leisten darf.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind derzeit keine Präsenztermine möglich. Dennis Riehle ist für die Ratsuchenden jedoch unter Mail: dennis.riehle@Li-Na.de oder per Post (Martin-Schleyer-Str. 27, 78465 Konstanz) erreichbar. Wir bitten um Verständnis, dass momentan keine Telefonate entgegengenommen werden können.

Zu beachten: Die Sprechstunde ist keinerlei Ersatz für Pflegeberatungen und andere Leistungen nach SGB XI. Auch kann sie keine therapeutische, medizinische beziehungsweise heilkundliche Diagnostik und Behandlung ersetzen. Eine Gewähr für die Auskünfte ist ebenso wie eine rechtliche Haftung nicht möglich. Es gilt das Gebot der Vertraulichkeit und Verschwiegenheit. Datenschutz wird gewährleistet. Eine Mailberatung ist auch anonym möglich. Informieren Sie sich gerne unter www.Li-Na.de.

Quelle: Pressemitteilung der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe