Psychosoziale Beratung für Leberkranke: Dennis Riehle gibt Betroffenen Auskunft

Dennis Riehle
Dennis Riehle aus Konstanz-Litzelstetten

Oftmals bemerken wir sie erst, wenn eine ernsthafte Krankheit droht: Noch immer machen sich viele Menschen zu wenige Gedanken über ihre Leber, denn sie ist ein stilles Organ. Empfindsam reagiert sie auf Veränderungen des Stoffwechsels, äußere Einflüsse oder Infektionen. Deshalb kann eine Lebererkrankung jeden treffen – ob Fettleber, Hepatitis oder Lebertumoren. Und so bedarf es Aufmerksamkeit und Unterstützung für jene, die von einem solchen Leiden heimgesucht werden. Die Deutsche Leberhilfe e.V. ist als bundesweite Selbsthilfeorganisation ein zentraler Ansprechpartner für Patienten von Lebererkrankungen, ihre Angehörigen, die Fachwelt und interessierte Medien. Dank ihres Einsatzes werden Betroffene mit ihrer Diagnose und deren Auswirkungen auf den Alltag nicht alleine gelassen. Auch der Konstanzer Dennis Riehle ist Mitglied im Verein – und engagiert sich dort besonders für die sozialen Anliegen von Ratsuchenden. Denn es gibt viele Fragen im Umgang mit der eigenen Erkrankung, die man zunächst vielleicht gerne niederschwellig mit anderen Betroffenen klären möchte.

Der 35-Jährige, der selbst an einer chronischen Lebererkrankung leidet, war über viele Jahre in eigener Praxis als Psychologischer Berater tätig und hat sich mittlerweile im Bereich Sozialrecht fortgebildet. Mit den erlangten Kenntnissen will er insbesondere eine durchtragende Unterstützung leisten, wenn das persönliche Leberleiden zu etwaigen Folgen im Arbeitsleben, im zwischenmenschlichen Bereich oder im seelischen Gleichgewicht geführt hat. „Auch wenn ich keine Rechtsberatung leisten kann und damit auch eine individuelle Einzelfallprüfung allein Rechtsanwälten vorbehalten ist, versuche ich durch die generelle Darlegung der Gesetze den Hilfesuchenden eine erste Orientierung zu geben, mit der sie sich dann im Zweifel weitergehende Hilfe eines Experten suchen können. Ohnehin soll der Schwerpunkt meiner Beratung auf der psychosozialen Begleitung liegen – und sie ist nicht weniger wichtig als die Beantwortung sozialrechtlicher Fragen“, so Riehle. Denn die Angst vor einer fortschreitenden und sich chronifizierenden Erkrankung ist bei vielen Betroffenen allgegenwärtig. Deshalb kann es eine große Erleichterung sein, wenn man Werkzeug an die Hand bekommt, um auch in solch herausfordernden Momenten nicht zu verzweifeln. „Ich bin zwar kein Therapeut, kann durch meine eigene Geschichte und die erworbenen Qualifikationen aber sicherlich viel Sensibilität, Empathie und Verständnis aufbringen – und weiß aus der Erfahrung meines Werdegangs, was mir in solchen Augenblicken gutgetan hat“, beschreibt Riehle seine Intention und die Herangehensweise in der Beratung.

„Natürlich interessiert viele Leberkranke auch, wann grundsätzlich Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis besteht, wie sie am schnellsten eine Rehabilitation erhalten, wie sie gegen einen ablehnenden Bescheid auf Erwerbsminderungsrente am besten reagieren können oder ob sich im fortgeschrittenen Stadium des oftmals komplex verlaufenden Störungsbildes sogar der Antrag auf mögliche Pflegeleistungen lohnt. Viel drängender sind allerdings jene Gesuche, die sich um die praktische Bewältigung der Lebererkrankung drehen: Wie gelingt mir eine Umstellung der angestammten Gewohnheiten hin zu einem gesünderen Lebensstil? Wie sage ich meinem Umfeld, was mit mir los ist? Wie kann ich vorhandene Ressourcen mobilisieren, um mich meiner Krankheit zu stellen? Wie schütze ich mich vor Selbstvorwürfen? Und wo finde ich eine Anlaufstelle, wenn mir die Belastung einfach zu viel wird? – Solche Sorgen sind keinesfalls ungewöhnlich, immerhin scheinen viele Lebererkrankungen mit einem hohen Leidensdruck verbunden, weil sie oft unbemerkt einen großen Schaden anrichten und letztlich zu massiven Einschnitten in der Vita beitragen können“, stellt Riehle fest, der aus seiner Zeit berichtet, in der er mit der Ungewissheit über die mögliche Bösartigkeit eines Lebertumors klarkommen musste: „Natürlich hilft in diesen Augenblicken die psychologische Beratung weiter, denn schließlich ist man selbst in derartigen Krisen im Hamsterrad gefangen und auf einen neutralen Blick von außen angewiesen, um wieder rational denken zu können“.

Für die Deutsche Leberhilfe e.V. ist der ehrenamtliche Beitrag des Konstanzers eine wichtige Ergänzung ihres Beratungsangebots: „Wir freuen uns sehr über das langjährige Engagement von Herrn Riehle, der als selbst Betroffener anderen Patienten eine kompetente Beratung auf Augenhöhe bietet“, sagt Ingo van Thiel, Pressesprecher der Leberhilfe. Gleichsam betont Riehle das unkomplizierte, fachkundige und gleichsam vertrauensvolle Zusammenarbeiten mit den Kollegen im Sinne der Patienten und ihrer alltäglichen Fragestellungen rund um die Leber.

Die Beratung der Deutschen Leberhilfe e.V., die sich aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammensetzt und nicht nur die soziale Begleitung, sondern auch Auskunft zu Lebererkrankungen im Allgemeinen bietet, ist dabei ausschließlich über Mail unter beratung@leberhilfe.org erreichbar. Weitere Informationen über die Arbeit des Vereins, Leberkrankheiten, die Möglichkeit der Mitgliedschaft und aktuelle Veranstaltungen finden Sie auf www.leberhilfe.org.

Quelle: Pressemitteilung Dennis Riehle