Neues Angebot der Psychosozialen Beratung für Hilfesuchende in Krisen

Dennis Riehle
Dennis Riehle aus Konstanz-Litzelstetten

Die Nachrichten machen uns jeden Tag aufs Neue klar, wie zerbrechlich unsere seelische Gesundheit ist. Gerade für Menschen, die bereits Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen gemacht haben, oder erstmals eine psychiatrische Diagnose gestellt bekommen, ist das Wissen um die zerbrechliche Psyche allgegenwärtig. Neben den therapeutischen, medizinischen und genetischen Ursachen beeinflussen auch „weiche Faktoren“ unseren Gemütszustand. Nicht zuletzt sind es persönliche Konflikte, beispielsweise Überforderung im Umgang mit der eigenen Diagnose, Probleme in der Gestaltung des Lebensalltages, Angst vor Arbeitslosigkeit oder Erwerbsminderung, Zukunftssorgen und Perspektivlosigkeit, familiäre Zerrüttung oder Todesfälle von geliebten Personen, Auseinandersetzungen mit Ämtern und Behörden, das Ringen mit Ärzten und Therapeuten, die Isolation und der Rückzug von Freunden, das Angewiesensein auf finanzielle und soziale Unterstützungsleistungen – um nur einige zu nennen. Nicht immer ist in solchen Situationen sofort der Gang zum Psychotherapeuten notwendig. Gerade, wenn es sich um Schwierigkeiten handelt, die nicht krankheitsrelevant sind, genügt oftmals bereits eine beratend-seelsorgerliche Hilfestellung, die auffängt, begleitet und Wegweiser ist.

Deshalb hat der Landesverband der Psychiatrie-Erfahrenen Baden-Württemberg (LVPEBW) die Zusammenarbeit mit seinem Konstanzer Mitglied Dennis Riehle gesucht. Der 35-Jährige ist selbst Psychiatrieerfahrener und leidet seit über 20 Jahren an einer Zwangsstörung, später kamen eine Angst- und Panikstörung, schwere depressive Episoden, eine bipolare Störung, eine wahnhafte Erkrankung und nicht zuletzt eine kognitive Beeinträchtigung hinzu. Von 2005 an ist er in der Selbsthilfegruppenarbeit aktiv, unter anderem als Sprecherrat, Gruppenleiter, in der Fortbildung von Ehrenamtlichen sowie in politischen, sozialen und gesundheitsbezogenen Gremien. Beruflich war er allerdings über einen langen Zeitraum als Psychologischer Berater in eigener Praxis tätig – und hat Menschen in schwierigen Augenblicken ihres Lebens begleitet. Durch eine Weiterbildung wurde er zusätzlich Sozialpädagogischer Berater, Psychosozialer und Personal Coach – und hat sich schließlich im Sozialrecht, in Digitaler Prävention und Gesundheitsförderung, in Gerontologie, in Rechtsfragen der Pflege und in der Trauerbegleitung zertifizieren lassen. Außerdem hat er sich in Angst- und Stressbewältigung, Persönlichkeitstraining und Seelsorge qualifiziert. Diese erworbenen Fähigkeiten möchte er nun den Hilfesuchenden des LVPEBW zugutekommen lassen: „Gerne möchte ich als Mitglied des LVPEBW auch allen Psychiatrie-Erfahrenen das Angebot unterbreiten, meine erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen zu nutzen. Ich biete seit geraumer Zeit Mailberatung an, da sie aus meiner Sicht die effektivste Form der Hilfestellung über Distanz ist. Meine Psychosoziale Sprechstunde kann unter www.psychosoziale-sprechstunde.de erreicht werden und steht allen Hilfesuchenden unseres Landesverbandes kostenfrei zur Verfügung. Ich stelle für das soziale Problem des Kontaktnehmers, wenn nötig, die theoretischen Rechtsgrundlagen dar und verweise schematisch und ohne jegliche individuelle Bewertung auf die entsprechenden Gesetze, damit die Nutzer der Sprechstunde im Zweifelsfall eine juristische Einzelfallprüfung bei einem Anwalt vornehmen lassen können, die das freiwillige Engagement nicht leisten kann und darfDer Schwerpunkt des Angebots ist die psychologische Beratung, welche die Betroffenen durch die Anforderungen des Alltags hindurchtragen soll. Alle Auskünfte der Sprechstunde erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen. Sie sind keine Alternative für eine fachkundige Rechtseinschätzung oder therapeutische, medizinische beziehungsweise heilkundliche  Behandlung, Betreuung, Begleitung und Konsultation. Sie dienen lediglich als Erstkontakt. Eine Gewähr ist ebenso wie eine Haftung ausgeschlossen. Für alle Gespräche gilt das Gebot der Vertraulichkeit und Verschwiegenheit. Datenschutz wird zugesichert“, so Riehle. Neben Psychosozialer Hilfe in Lebenskrisen, seelsorgerlicher Begleitung in sozialen Konflikten und Psychologischer Beratung in nicht krankheitsrelevanten Problemlagen beantwortet Riehle auch generelle Anfragen zu Themen wie Sozialleistungen, Schwerbehinderung, Hilfe bei Krankheit und Erwerbsminderung, Vollmachten und Betreuungswesen, Fragen zu Rehabilitation und Wiedereingliederung, Leistungen der Pflegeversicherung, Soziale Unterstützungshilfen in besonders schweren Lebenslagen, Leistungen der Krankenversicherung und anderer Sozialträger, Aufenthalt in stationärer oder Inanspruchnahme ambulanter Pflege und Betreuung, Arbeit in der WfbM oder Unterbringung in speziellen Wohnformen, niederschwellige Entlastungsangebote, Vermittlung an zuständige Behörden, Unterstützung beim Formulieren von Anträgen und Widersprüchen etc. – um nur Beispiele zu nennen. Riehle ist direkt über beratung@psychosoziale-sprechstunde.de erreichbar. Nach Eingang der Nachricht erhält der Ratsuchende eine Einwilligungserklärung bezüglich des Datenschutzes zugesandt, die er als eigenständige Mail zurücksendet. Danach beginnt die Bearbeitung der Anfrage. Die ehrenamtliche Sprechstunde ist ein offenes Angebot, das als freiwillige Dienstleistung erbracht wird.

Quelle: Pressemitteilung von Dennis Riehle, Konstanz