Informationen aus dem Arbeitskreis „Soziales Miteinander“

Rathaus / Ortsverwaltung Konstanz-Litzelstetten, (c) Foto: Wolfgang Flick
Rathaus / Ortsverwaltung Konstanz-Litzelstetten, (c) Foto: Wolfgang Flick

Nun bewegt sich etwas: Nachdem das Thema „Demografischer Wandel“ in Litzelstetten mit neuesten Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung im Teilort durch die Stadtverwaltung untermauert wurde, hat der Arbeitskreis „Soziales Miteinander“ des Ortschaftsrates einen Vorschlag aus den eigenen Reihen aufgegriffen – und die Initiative „Bodanbürger“ um Umsetzung gebeten. Es geht um die Befragung der Litzelstetter Vereine, Organisationen und Betriebe und die anschließende Auswertung der Ergebnisse, welche als Grundlage für einen „Runden Tisch“ mit denjenigen Akteuren dienen sollen, die von den zukünftigen Veränderungen im Ort unmittelbar betroffen sind. Man denke dabei an die Dienstleister im Gesundheitswesen, die sozial Engagierten in den Ehrenämtern oder an Gewerbe und Handel. Ihnen allen wurde ein von Wolfgang Flick erarbeiteter Fragebogen zugesandt, der in zehn Punkten die Perspektiven, die Pläne und die Wünsche der betreffenden Personen und Institutionen erheben soll – mit Blick auf ein zukunftsorientiertes Litzelstetten, das trotz der zunehmenden Alterung seiner Einwohnerschaft auch künftig attraktiv bleiben möchte. Hierzu gehört der Erhalt von Infrastruktur und Lebensqualität, weshalb es aus Sicht des Arbeitskreises notwendig erscheint, frühzeitig auf die anstehenden Entwicklungen zu reagieren und bestehende Strukturen zu stärken, damit sich auch zukünftig alle Generationen in Litzelstetten wohlfühlen und ein Mindestangebot an altersspezifischer Versorgung vorfinden. Neben den Fragen zum „Demografischen Wandel“ wurde aus aktuellem Anlass auch um Rückmeldung gebeten, wie Unternehmen, Selbstständige und bürgerschaftlich tätige Vereinigungen im Ort mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie umgehen – und welche Langzeitfolgen befürchtet werden. Die Befragung findet online statt, wird teilweise aber auch postalisch durchgeführt. Bis Mitte Juni soll ein entsprechendes Meinungsbild zusammengekommen sein, das als Basis für die weitere Debatte dient. Wer sich an der Umfrage beteiligen möchte, bislang aber noch nicht angeschrieben wurde, kann sich an Mail: umfrage2021@bodanbuerger.de wenden.

Generelle Einigkeit besteht zwischen Ortschaftsrat und Arbeitskreis auch darüber, dass in der weiteren Perspektive eine Bürgerbeteiligung zum Thema „Dorfentwicklung“ sinnvoll erscheint. Arbeitskreis-Mitglied Dennis Riehle hat bereits einen Vorschlag unterbreitet, wie ein solcher Prozess schrittweise ablaufen könnte. Recht kurzfristig könnte eine Reaktion auf die Neugestaltung der Ortsmitte im Bereich Martin-Schleyer-Straße / Kornblumenweg nötig werden. Immerhin wird sich dort wohl recht bald ein anderes Dorfbild ergeben, an dessen Ausformung und Nutzung die öffentliche Hand zumindest beteiligt werden sollte. In der aktuellen Sitzung forderten die Fraktionen des Ortschaftsrates deshalb bereits eine Einladung von Baubürgermeister Langensteiner-Schönborn, um mit ihm entsprechende Fragen zu diskutieren. Letztlich wird auch das Thema Innenverdichtung längerfristig auf der Tagesordnung stehen, nachdem eine Ausbreitung Litzelstettens kaum mehr möglich ist. Insgesamt wird deutlich, dass sich die Gremien eine weitgehende Mitsprache beim Thema wünschen, aber auch die Einbeziehung der Einwohnerschaft angezeigt erscheint – nachdem man mit ähnlichen Beteiligungsverfahren in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hat. Riehle hatte Arbeitskreis und Ortschaftsrat trotz der großen Herausforderungen des vor uns stehenden Umbruchs mit einer These aus der Partizipationsforschung ermutigt, die trotz des Handlungsdrucks beruhigt: „Der demografische Wandel und seine Auswirkungen sind dennoch keine entscheidenden Kriterien dafür, ob kleine Gemeinden eigene Zukunftsperspektiven entwickeln können“ (Krämer, Kreuz, Wenng 2009 zit. n. Schmied, Bombeck, Born 2011, S.9). Allerdings solle dies nicht bedeuten, die Hände in den Schoß zu legen…

Autor: Dennis Riehle