Riehle beendet nach 12 Jahren Berichterstattung für die Litzelstetter Bevölkerung

Dennis Riehle
Dennis Riehle aus Konstanz-Litzelstetten

Knapp 12 Jahre hat der Litzelstetter Dennis Riehle den Mitbürgern aus dem Ortschaftsrat und der Ortsverwaltung berichtet, indem er sie mit seinen Texten regelmäßig im Mitteilungsblatt des Teilortes informierte. Nun hat der 36-Jährige seinen Rückzug von diesem Ehrenamt erklärt, das er einst auf Vorschlag des damaligen Ortsvorstehers Rudolf Riedle übernommen hatte. „Eigentlich sollte man gehen, wenn es am Schönsten ist. Bedauerlicherweise glaube ich, dass ich diesen Zeitpunkt schon verpasst habe und der Zenit meines Engagements bereits überschritten wurde. Denn nicht zuletzt die Rückmeldungen aus der Bevölkerung haben in den letzten Jahren massiv abgenommen – und auch die Resonanz der Verantwortlichen ging erheblich zurück“, begründet Riehle seinen nun erfolgten Schritt, der in dieser unentgeltlichen Tätigkeit für die Allgemeinheit etwas mehr als 500 Stunden investiert und nicht zuletzt ganze Tage damit verbracht hatte, mit seiner journalistischen Ausbildung und der Fähigkeit zum guten Formulieren den über lange Zeit im Ort erschienenen Newsletter für die Bevölkerung zu gestalten.

„Natürlich ist ein großes Stück Wehmut dabei, denn ich habe die Aufgabe sehr gerne gemacht. Ich habe bereits früh betonen wollen, dass es mir eine Ehre ist, meinem Heimatdorf etwas zurückzugeben. Als glühender Anhänger der Kommunalpolitik war es mir zudem ein Anliegen, mit meinen Artikeln den Menschen die Arbeit von Ortschaftsrat und Ortsverwaltung näherzubringen – und somit die Partizipation zu steigern“, so Riehle, der als gebürtiger Litzelstetter eine große Verbundenheit mit der hiesigen Einwohnerschaft verspürt und deshalb auch weiterhin aktiv bleiben möchte: Ich werde besonders den „Arbeitskreis Soziales Miteinander“ punktuell in der Frage des Demografischen Wandels und der Dorfentwicklung beraten, wenngleich ich mich auch aus diesem Gremium nicht zuletzt gesundheitsbedingt zumindest teilweise zurückziehen werden. Gerade aber für die Litzelstetter Nachbarschaftshilfe, deren Schriftführer ich zwar nicht mehr sein werde, möchte ich weiterhin in der Sozial- und Pflegesprechstunde, im Neubürger-Patenschaftsprojekt, in der Betreuung der Webseite und in der Öffentlichkeitsarbeit tätig sein – und hoffe, als Beisitzer weiterhin am Vereinsgeschehen teilhaben zu können. Unbeschadet von meinem Entschluss zu einer neuen Schwerpunktsetzung meines Ehrenamts bleibe ich mit Wolfgang Flick verbunden, um mit ihm das Projekt „Bodanbürger“ weiterzuentwickeln.

Riehle zeigt sich angesichts der Einstellung der Menschen gegenüber dem Ehrenamt allerdings auch enttäuscht: „Insgesamt vernehme ich seit einigen Jahren eine wachsende Erwartungshaltung gegenüber freiwilligem Engagement im Allgemeinen, gleichzeitig aber auch eine rückläufige Kooperationsbereitschaft mit den Ehrenamtlichen von Seiten der öffentlichen Hand – und nicht zuletzt eine Undankbarkeit für den geleisteten Einsatz. Diese Tendenz macht mir durchaus Sorgen, kann sie die viele Engagierten doch entmutigen – weil der einzige Lohn für ehrenamtlichen Dienst die Anerkennung und Würdigung ist. Und gerade, wenn eine freiwillige Aktivität für Hauptamtliche und Bürgerschaft zur Selbstverständlichkeit wird, ist das ein gefährliches Signal der Missachtung des Ehrenamtes, welches schließlich dafür verantwortlich ist, in Deutschland Milliarden einsparen zu können. Insofern wäre es fatal, wenn die Wertschätzung gegenüber dieser Bereitschaft von Millionen von Deutschen zum Engagement nachließe“, so Riehle, der seit mittlerweile über 20 Jahren ehrenamtlich aktiv ist und bereits mehrfach ausgezeichnet wurde – und sich sicher ist: „Für die umfangreiche und durchaus zeitintensive Informationsarbeit über das Geschehen aus unserem Ortschaftsrat und dem Rathaus wird sich sicher bald eine Nachfolge finden.“

Autor: Dennis Riehle