Ortschaftsrat diskutierte über die Nahversorgung in Litzelstetten

Rathaus / Ortsverwaltung Konstanz-Litzelstetten, (c) Foto: Wolfgang Flick
Rathaus / Ortsverwaltung Konstanz-Litzelstetten, (c) Foto: Wolfgang Flick

In seiner aktuellen Sitzung hat der Ortschaftsrat Litzelstetten das von der Stadt Konstanz vorgelegte Nahversorgerkonzept für die „nördlichen Stadtteile“, also auch für Litzelstetten, diskutiert.

Demnach hatte das Gremium über die Empfehlungen eines entsprechenden Gutachtens zu beraten und die Begründung der städtischen Beschlussempfehlung zur Kenntnisnahme der Nahversorgungskonzeption zu debattieren.

Darin heißt es wie folgt:

„Mit dem 2018 beschlossenen Einzelhandelskonzept einher ging der Auftrag an die Verwaltung, ergänzend eine Konzeption zur Sicherung der Nahversorgung in den nördlichen Stadtteilen Dettingen/Wallhausen, Dingelsdorf und Litzelstetten zu erstellen. Mit der Konzeption wurde das Büro Dr. Acocella beauftragt, von dem bereits die Basisdaten zum gesamtstädtischen Einzelhandelskonzept ermittelt wurden, die es zunächst für die Ortsteile zu aktualisieren galt. Im Weiteren sollten Möglichkeiten aufgezeigt werden, mit denen die lokalen Nahversorgungsstrukturen in den nördlichen Konstanzer Stadtteilen gestärkt werden können. Als Grundlage hierfür war zur prüfen und darzustellen, welchen Beitrag bestehende Strukturen aktuell leisten und wie diese durch innovative Konzepte sowie den Ausbau regionaler Vermarktungsstrukturen ergänzt werden können.

In einer ersten Phase wurden die Entwicklungsoptionen und -erfordernisse auf Angebots­seite untersucht. Darin flossen auch die Erkenntnis aus Experteninterviews mit den lokalen Akteuren der Nahversorgung ein. Darauf aufbauend wurden entsprechende Maßnahmenszenarien entwickelt. Das Gutachten zeigt im Ergebnis auf, dass in der gegenwärtigen Situation einerseits die Nahversorgung insgesamt als gesichert betrachtet werden kann, auch wenn in Wallhausen, Dingelsdorf und Litzelstetten rein rechnerisch ein Entwicklungsspielraum konstatiert wird. Andererseits besteht eine besonders hohe Sensibilität gegenüber Veränderungen z.B. in Form von Neuansiedlungen, da sich zusätzliche Angebote im nahen Umfeld in allen Fällen fortbestandsgefährdend auf den in der Regel inhabergeführten Bestand auswirken würden.

Insofern wird aktuell (kurzfristig) empfohlen; einer Sicherung der bestehenden Nahversorgungsstrukturen Vorrang einzuräumen, das heißt, bestehenden Lebensmittel­betrieben Verkaufsflächenerweiterungen zu ermöglichen, keine Ansiedlungen zusätzlicher (größerer/ großflächiger) Lebensmittelbetriebe zu unterstützen, Angebote an alternativen Nahversorgungsmöglichkeiten zu stärken, in den Nahversorgungs­zentren den öffentlichen Raum städtebaulich aufzuwerten und diese als soziale Mitte weiterzuentwickeln. Perspektivisch (langfristig) wird empfohlen, den Fokus auf die Erhaltung und Stärkung der Nahversorgungsstrukturen zu legen, zumal insbesondere die in den Nahversorgungszentren Dettingen und Litzelstetten bestehenden Lebensmittelbetriebe nicht den Betreiberanforderungen neuer Märkte entsprechen. Die längerfristigen Empfehlungen beziehen sich somit auf mögliche Neuansiedlungen aufgrund potenziell eintretender Veränderungen durch endgültige Betriebsschließungen. Dabei wären in jedem Einzelfall die Auswirkungen gegenüber dem Bestand zu prüfen.

Außerdem sollte parallel das Angebot an alternativen Nahversorgungsangeboten (Verkaufsautomaten, Direktvermarkter) weiter ausgebaut werden. Sofern in einem oder mehreren Ortsteilen ein nur rudimentäres stationäres Grund-/ Nahver­sorgungs­angebot besteht, sollte insbesondere für die eingeschränkt mobile Bevölkerung durch Fahrdienste oder Lieferservice auf ehrenamtlicher Basis (z.B. durch Vereine) und/ oder auch durch zentrale Anlieferstellen eine Grundversorgung gewährleistet werden – sofern künftig nicht eine entsprechende Versorgung durch Onlinebestellungen inklusive Lieferservice seitens gewerblicher Betreiber möglich ist. Bei einem perspektivisch auch im Bereich Lebensmittel verstärkten Trend zu Onlineeinkäufen kommt Dorfzentren, Bürgerhäusern, Mehrgenerationenhäusern etc. eine noch stärkere Funktion als soziale Treffpunkte zu.

Durch die Nahversorgungskonzeption soll die Grundversorgung der Bevölkerung in den nördlichen Ortsteilen gesichert werden. Dies bedeutet in erster Linie bestehende Strukturen mit fußläufigen Angeboten in den Nahversorgungszentren zu erhalten und damit zusätzliche KfZ-Nutzung für das Einkaufen an nicht integrierten Standorten zu vermeiden.“

Der Ortschaftsrat hat die Beschlussempfehlung unverändert angenommen, der neben der Kenntnisnahme des Gutachtens auch folgende Forderung festhält: „Der Technische und Umweltausschuss beauftragt die Verwaltung die Empfehlungen aus dem Gutachten als Nahversorgungskonzeption für die nördlichen Stadtteile umzusetzen, die Umsetzung kurzfristiger Maßnahmen zu unterstützen und langfristig bei maßgeblichen strukturellen Veränderungen im Einzelfall anlassbezogen entsprechende planerische Maßnahmen vorzuschlagen“.

Der Ortschaftsrat votierte einstimmig für dieses Vorgehen.

Quelle: Stadtverwaltung Konstanz / Redaktion: Dennis Riehle