Polizei warnt vor angeblichen Bankmitarbeitern – keine Bankdaten weitergeben!

Polizeipräsidium Konstanz
Polizeipräsidium Konstanz, (c) Foto: Wolfgang Flick, Konstanz

Ihr Telefon klingelt. Ein Unbekannter meldet sich und stellt sich als Bankmitarbeiter Ihrer Hausbank vor. Er behauptet, mit Ihrem Giro-Konto (oder sonstigem Konto) sei etwas nicht in Ordnung und er müsse vermutlich das Konto wegen Auffälligkeiten sperren.

Schon jetzt müssen bei Ihnen alle „Warnglocken“ schrillen – es dürfte sich um einen betrügerischen Anruf handeln.

Mit viel Geschick versucht der betrügerische Anrufer nun an Ihre Bankdaten zu kommen. Seien Sie vorsichtig! Mit dem Vorwand, „…Sie können die angezeigte Nummer ja zurückrufen, um sicher zu gehen…“ setzt der Betrüger sein gut geschultes Gespräch fort. Doch die angezeigte Nummer ist manipuliert. Sie glauben, es handelt sich um Ihre Hausbank, tatsächlich aber ist es eine gefälschte Nummer und Sie landen beim Rückruf der angezeigten Telefonnummer nicht bei Ihrer Bank, sondern wieder bei dem Betrüger oder seinen Mittätern.

Letztlicht überzeugt Sie der Betrüger, ihm Ihre Bankdaten wie den Online-Zugang, Passwörter und dergleichen zu nennen. In sehr kurzer Zeit werden die Betrüger dann das Konto mit den erhaltenen Daten mit verschiedenen Überweisungen, meist ins Ausland oder über zuvor eingerichtete Scheinkonten vollständig leerräumen.

So erging es Ende vergangene Woche zwei in Konstanz ansässigen Kunden eines Geldinstitutes. Nach dem betrügerischen Anruf eines angeblichen Bankmitarbeiters gaben die älteren Personen Ihre Bankdaten dem Betrüger preis. Letztlich wurde das gesamte Guthaben auf dem Girokonto der beiden schon älteren Geschädigten von den falschen Bankmitarbeitern leergeräumt.

Die Polizei rät deshalb und warnt:

Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt oder gesehen oder zu denen man lediglich telefonisch Kontakt hat, keine persönlichen Daten, insbesondere keine Bankdaten oder sonstige Zugangsdaten nennen. Überweisen oder übergeben Sie an solche Personen kein Geld oder Wertgegenstände. Gehen Sie auf keine sonstigen Forderungen ein!

Gerade im Internet oder auch am Telefon tummeln sich viele Betrüger, die an der Gutgläubigkeit von anderen viel Geld verdienen wollen. Und meist trifft es unsere älteren Mitmenschen und deren gesamtes Vermögen.

– Seien Sie also immer misstrauisch bei solchen Anrufen, insbesondere wenn es um Ihre persönlichen Daten, insbesondere Ihre Bankdaten, Geld oder Werte geht.

– Seriöse Bankunternehmen nehmen nicht unaufgefordert per Mail oder telefonisch Kontakt zu ihren Kunden auf.  

– Sollte sich ein Bankmitarbeiter bei Ihnen melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf.  

– Vertrauen Sie nicht einer angezeigten Telefonnummer auf Ihrem Display.  

– Geben Sie auf keinen Fall private Daten z.B. Bankkonto- oder Kreditkartendaten, oder Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal) heraus.

– Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.

– Überprüfen Sie regelmäßige Ihre Kontoauszüge.

– Betrüger benötigen die Kundendaten, daher sorgfältiger Umgang mit Daten in Internetshops.  

– Wenn möglich kaufen Sie auch in Internetshops auf Rechnung.

– Ein aktueller Virenschutz bei allen genutzten technischen Geräten (Smartphone, PC usw.) ist eine sinnvolle Investition.  

– Nutzen Sie gute und komplizierte Passwörter für Ihre Nutzerkonten und geben Sie diese niemals weiter.  

– Bei Internetzahlungen immer auf verschlüsselte Verbindungen achten (erkennbar an „https“ in der Adresszeile des Browsers).  

– Teilen Sie Ihrer Bank eventuell schon im Vorfeld mit, wer keine Abbuchungen vom eigenen Konto tätigen darf (z.B. fremde Personen).

– Bei fehlerhafter Abbuchung, schriftlicher Widerruf der Abbuchung bei der Bank unter Einhaltung von Fristen.  

– Bringen Sie betrügerische Abbuchungen oder auch solche Anrufe von angeblichen Bankmitarbeitern bei Ihrer Polizei zur Anzeige.  

– Weisen Sie als Kinder, Enkel oder Bekannte Ihre älteren Verwandten oder Freunde auf diese Betrugsmaschen hin.

Weitere Tipps gibt es bei der örtlich zuständigen Polizeidienststelle oder im Internet unter www.polizei-beratung.de .

Quelle: Pressemitteilung der Polizeidirektion Konstanz